Wirtschaft

Die Landwirtschaft ist Kenias wichtigster Wirtschaftszweig, da die meisten Kenianer von ihr leben. Das Land ist Exporteur von Tee, Kaffee, Blumen oder Ananas, außerdem nahezu Monopolist für Pyrethrum, das in Mückensprays verarbeitet wird. Für Millionen von Subsistenzbauern ist ein kleiner Acker mit Mais die Überlebensgrundlage und oft genug auch für städtische Angestellte und Tagelöhner die einzige Form der Alterssicherung. Selbst in Nairobi hat nahezu jeder einen Acker "up country" oder hofft, einen solchen zu erwerben. Schon immer galt Land als "opium of the masses" und das beruht nicht zuletzt auf der Wirtschaftsstruktur und dem Mangel an sozialen Sicherungssystemen.

 

Ein Frühwarnsystem mit Sitz in Nairobi schlägt frühzeitig Alarm, wenn Missernten drohen. Es belegt, dass leider der Großteil des Landes nicht mehr als food secure gelten kann. Auch in der sonst so fruchtbaren und hoch gelegenen Central Region finden sich hungernde Familien, denen der halbe acre Acker (= ca. 100 mal 50 Meter) nicht mehr zum Überleben reicht. Selbst wenn Mais- oder Bohnenreserven im Land vorhanden sind, können viele Menschen sie sich nicht kaufen. Angesichts der Lebensmittelpreise greifen auch Stadtbewohner zur Hacke und verwandeln z.B. den Grünstreifen in der Mitte der Stadtautobahn zum Maisfeld. Doch die Nomaden in den nördlichen und südlichen Dürregebieten haben diese Möglichkeit nicht; ihre Lebensform gilt als bedroht, der Wandel nomadischer zu sesshaften Gruppen  und die klimabedingte Landflucht der Viehzüchter ist bereits im Gange.

 

Seit der Unabhängigkeit hat sich die Bevölkerung auf derzeit rund 43 Millionen Einwohner mehr als verfünffacht. Jedes Jahr kommt bei einer Geburtenrate von mehr als 2,4 % eine Million Kenianer hinzu. Das heißt, dass sich das Land nur bei steigender Produktivität im Agrarsektor selbst ernähren kann. Da die Menge an Anbauflächen kaum wachsen wird, zudem die Mechanisierung - etwa bei der Teeernte - im Agrarbereich Einzug gehalten hat, werden die Kenianer selbst bei wachsender Produktivität der Landwirtschaft zunehmend auf andere Sektoren zum Einkommenserwerb angewiesen sein.

 

Der Tourismus ist in guten Zeiten ein bedeutender Devisenbringer. Dutzende Hotelanlagen an der Küste locken mit Stränden, die viele für die schönsten der Welt halten, und auch All-Inclusive Angebote gibt es. Doch besteht auch die Möglichkeit, in Laikipia in naturnahen Lodges unterzukommen, in der Massai Mara in Zelten die Safarinächte zu verbringen oder auf Lamu ein Familienhaus zu mieten. Wie wenige Länder Afrikas ist Kenia auf Reisende eingestellt und professionell organisiert.

 

Der Tourismus ist jedoch auch einer der verwundbarsten Wirtschaftszweige, der darüber hinaus stetige Investitionen in eine keineswegs gewisse Zukunft erfordert.

 

Der industrielle Sektor Kenias ist im Vergleich der afrikanischen Länder südlich der Sahara groß, spielt jedoch international kaum eine Rolle. Die Vorkommen an Bodenschätzen sind recht gering.

 

Für die Global Players ökonomisch interessant wird Kenia inzwischen durch die schon gesicherten und noch vermuteten Erdölvorkommen.

 

Quelle: liportal.giz.de