Bildungssystem

In Kenia herrscht das sogenannte 8-4-4-System: 8 Jahre Grundschule (Primary School), 4 Jahre weiterführende Schule (Secondary School) und 4 Jahre Hochschule (University/College). Jedes Jahr findet zwischen den Schulen ein nationaler Wettbewerb um die höchsten Punktzahlen bei Examen statt. Der Konkurrenzdruck ist immens. Primary und Secondary Schools sind in der Regel Ganztagsschulen.

 

Grundschule

Gerade auf dem Land wurden viele Grundschulen (Primary Schools, Klasse 1-8) nach dem Harambee-Prinzip unterhalten: Die Eltern finanzierten sie durch Spendensammeln notdürftig selbst, die Schulen waren ärmlichst ausgestattet. 2003 löste die neue Regierung unter Mwai Kibaki ihr Wahlversprechen ein und schaffte das Schulgeld für die Primary Schools ab. So ermöglichte sie erstmals Kindern aus ärmeren Familien und Straßenkindern Zugang zur Bildung. Ca. 2 Millionen mehr Kinder besuchten plötzlich die Grundschule. Investitionen im Bildungssektor blieben allerdings aus, und das Schulsystem ist nicht in der Lage, der steigenden Schülerzahl gerecht zu werden. Zuweilen unterrichtet eine Lehrkraft 100 SchülerInnen pro Klasse, guter Unterricht ist so kaum möglich. Zudem nimmt die Zahl der oft schlecht bezahlten Lehrer kontinuierlich ab. Um für eine gute Ausbildung zu sorgen, melden deshalb viele Eltern bzw. Verwandte ihre Kinder weiterhin bei den schulgeldpflichtigen Privatschulen an.

 

Weiterführende Schulen

Weiterführende Schulen (Secondary Schools, Klasse 9-12) sind quasi Gesamtschulen und schulgeldpflichtig. Träger sind sowohl der Staat als auch Organisationen (z. B. Kirchen) oder Privatleute. Nichtstaatliche Secondary Schools werden als Privatschulen bezeichnet. Die hohen Schulgelder machen diese Schulen für große Teile der Bevölkerung unzugänglich, auch wenn Privatschulen begrenzt Stipendien vergeben.

 

Universitäten

Die besten SchülerInnen, die bei den nationalen Examensvergleichen ermittelt werden, erhalten an den fünf staatlichen Universitäten kostenlose Studienplätze. Wer schlechter abschneidet, ist auf die kostenpflichtigen (internationalen) Privatuniversitäten angewiesen oder muss aus finanziellen Gründen auf eine akademische Ausbildung verzichten.

 

Quelle: www.badilika.org